Besuch der jüdischen Gemeinde Emmendingen

25.09.2018

Nachdem die 6TG8/1 unter der Leitung von Herr Howoldt und die 6TG8/2
unter der Leitung von Herr Behringer in teilweise
klassenübergreifenden Projekten sich im Theorieunterricht mit der
Weltreligion Judentum beschäftigt haben, war es an der Zeit, gelebtes
jüdisches Leben in der Region zu erleben:
Wir trafen uns mit Frau Miklis als Vertreterin der jüdischen Gemeinde
Emmendingen am 23.7.18 um 9 Uhr am Schlossplatz in Emmendingen. Hier
konnte man bereits auf die erste Spurensuche des Vorhabens der
Nationalsozialisten das jüdische Leben zu vernichten, gehen, denn die
Grundmauern der ehemaligen Synagoge Emmendings sind auf dem
Schlossplatz durch eine Hervorhebung des Grundrisses der alten
Synagoge zu sehen.
Diese wurde, wie an so vielen Orten in Deutschland zur Zeit des
Nationalsozialismus, auch in Emmendingen gewaltsam zerstört. Ebenso
verloren beinahe alle Mitglieder der jüdischen Gemeinde Emmendingen im
Dritten Reich ihr Leben in den Konzentrationslagern Gurs und
Auschwitz.


Glücklicherweise siedelte sich zögerlich im Nachkriegsdeutschland und
vor allem nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wieder Juden in
Emmendingen an, so dass uns in einem jüdischen Museum und in der neuen
Synagoge von der Vergangenheit und viel erfreulicher auch von der
Gegenwart jüdischen Lebens erzählt werden konnte.
An zahlreichen Relikten, die bis in das Mittelalter reichten, wurde
uns die lebhafte Geschichte des Judentums im Museum näher gebracht.
Die Schülerinnen und Schüler hatten selbständig Zeit, sich die
Zeugnisse der Zeit anzueignen, um dann anschließend einer Führung zu
lauschen, die uns von einem alten rituellen Tauchbad (Mikwe) bis zu
Briefen aus den KZ's, die vielen Facetten des jüdischen Lebens näher
brachten.
Besonders spannend war die Begehung der heutigen Synagoge. Die
Schülerinnen und Schüler sahen so die im Religionsunterricht
theoretisch erlernten Symbole und rituellen Gegenstände im "wirklichen
Leben". Außerdem hat es Mut gemacht zu sehen, dass es auch heute noch
in Deutschland ein jüdisches Leben gibt, das stetig wächst.
Lebhaft wurde uns demonstriert, wie der Gottesdienst in der jüdischen
Gemeinde gefeiert. Darüberhinaus hatten die Schülerinnen und Schüler
zahlreich Gelegenheit zu fragen, wie das jüdische Leben sich im Alltag
manifestiert.
Im Namen der RFGS haben wir uns anschließend mit einer Flasche
koscheren Wein bedankt.


Matthias Behringer