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Literaturworkshop

19.07.2016

 

Was ist ein Gedicht und wer gibt vor, dass es sich reimen muss?

Müssen Gedichte immer persönlich sein? Üblicherweise werden Schülern im Deutschunterricht Gedichte vorgelegt mit dem Arbeitsauftrag „Analysiere und interpretiere das vorliegende Gedicht. Warum aber nicht einmal selbst ein Gedicht verfassen, dessen Entstehung prägen und somit zum Schreibenden werden?

 

 

Am 8.7.2016 hatte die Klasse TGTM 11.3 der RFGS die Gelegenheit, die in Berlin lebende Lyrikerin Uljana Wolf im Rahmen des „Fahrtenschreiber-Festivals für Literatur in einer globalisierten Welt“ kennen zu lernen, Einblicke in ihr Schreiben zu bekommen und schließlich unter ihrer Anleitung eigene Gedichte zu verfassen.

Uljana Wolf ist Grenzgängerin, lebt schon seit vielen Jahren in New York und Berlin. Diese Erfahrung, das Leben in zwei Sprachen und zwei Kulturen, ist immer wieder Ausgangspunkt und Impulsgeber ihrer Lyrik. So spielt sie häufig mit sogenannten „falschen Freunden“- Worte, die in der englischen und deutschen Sprache zwar die gleiche Schreibweise oder Aussprache, aber verschiedene Bedeutungen aufweisen, wie beispielsweise „bad“ (engl. schlecht, deut. Badezimmer).

 

 

Dass jeder ein Gedicht verfassen kann, zeigt Uljana Wolf mithilfe der sogenannten Erasure-Methode. Man nimmt sich einen Text (Zeitungsartikel, Buchseite etc.) und streicht davon so viele Wörter heraus, bis am Ende ein Gedicht entsteht. Auf diese Art und Weise sind viele Gedichte der Lyrikerin entstanden und so konnte am Ende des Nachmittags jeder der Schülerinnen und Schüler sein eigenes Gedicht mit nach hause nehmen.

Die Schreibimpulse und Gespräche mit der Autorin waren für alle eine neue Erfahrung, welche einen ganz anderen Blick auf Poesie eröffnete. Nicht zuletzt deshalb, weil laut Uljana Wolf ein Gedicht erst dann zum Gedicht wird, wenn es vor dem persönlichen Erfahrungshintergrund mit den individuellen Gedanken der Lesenden gefüllt wird.