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Exkursion nach Struthof TG13

23.11.2015

...Ich persönlich war noch  nie bei Struthof gewesen und realisierte dann, als wir dort ankamen, wie sehr sich meine Vorstellung von der Realität unterschied. Wir waren umgeben von Wald und Wiesen, fast schon idyllisch. Dass hier tausende Menschen gequält, schikaniert und ermordet wurden -  kaum vorstellbar. Die Erzählungen von Dr. Schwendemann halfen sehr dabei, zu verstehen,  was an diesem Ort Schreckliches geschah. Als wir uns dann in dem durch zweifachen Stacheldraht  umzäunten Lager befanden, liefen wir Stück für Stück durch das Lager. Erfuhren Stück für Stück mehr über den Häftlingsalltag, den Terror und über das, was in den Köpfen derjenigen vorging,  die diesen Terror ausübten.

Das, was ich gehört und gesehen habe, macht mich traurig und fassungslos, das in Worte zu fassen fällt mir schwer. Bewusst ist mir dort geworden, wie sehr man die Menschen dort verkommen ließ, wie man ihnen die Würde und die Individualität genommen hat. Dr. Schwendemann hatte eine fesselnde Art zu erzählen und man konnte ihn jeder Zeit etwas fragen, mit der Gewissheit eine ausführliche Antwort zu bekommen. Nachdem wir uns das Lager angesehen hatten, gingen wir noch in das zugehörige Museum, das in einer der Baracken untergebracht ist. Leider waren die Infotexte dort alle auf Französisch. Doch durch die vielen ausdrucksvollen Bilder und deutschen Briefe hat es sich sehr gelohnt auch dort hinein gegangen zu sein. Hiernach hatten wir eine kleine Pause, in welcher die meisten in den Bus gingen, um sich ein wenig aufzuwärmen. Denn trotz dickem Wintermantel und allem, was dazu gehört,  war es wahnsinnig kalt. Wie es den Häftlingen damals in ihren dünnen Baumwollkitteln ergangen sein muss, will man sich gar nicht vorstellen. Dann ging es weiter zum Steinbruch,  an dem sich die Häftlinge unter dem Terror der Aufseher  zu Tode schufteten.  Die letzte Station war dann die Gaskammer.  Zu wissen,  dass genau hier, an diesem kleinen Ort,  so viele Menschen qualvoll starben, war erdrückend und ich war dann auch froh, als ich wieder draußen war.
Dann brachen wir wieder in Richtung Freiburg auf. Die Rückfahrt bot die Möglichkeit, die bedrückenden Erkenntnisse zu verarbeiten. Es war vor allem durch Dr. Schwendemann ein sehr informativer, interessanter Ausflug mit sehr bewegenden Eindrücken.

 

Text: Anne Ambrosy, TG13/5   Fotos: Maren Lickert